Stromlexikon

Der Stromsektor ist eine komplexe Angelegenheit. Es ist nicht immer einfach, den Fachjargon zu verstehen. Wir erklären Ihnen nachfolgend einige der bei einer Stromknappheit am häufigsten verwendeten Begriffe.

Was versteht man unter Versorgungssicherheit?

Versorgungssicherheit besteht dann, wenn dafür gesorgt ist, dass genügend Strom vorhanden ist, um den Bedarf der Verbraucher zu decken.

Die Stromversorgung ist eine Verantwortung, die sich mehrere Akteure teilen:

  • die föderalen Behörden definieren die allgemeine Energiepolitik;
  • die Lieferanten/Erzeuger verpflichten sich, ihren Kunden den Strom zu liefern, den sie brauchen;
  • der Übertragungsnetzbetreiber (Elia) stellt ein zuverlässiges Netz für die Stromübertragung in Belgien und für den Stromaustausch mit unseren Nachbarländern zur Verfügung und überwacht das ständige Gleichgewicht zwischen Erzeugung und Verbrauch – rund um die Uhr;
  • die Verteilnetzbetreiber (Eandis, Infrax, Ores, Sibelga, Resa, AIEG, AIESH, GRD Ville de Wavre) versorgen öffentliche Einrichtungen, kleine und mittlere Unternehmen sowie die an ihre Netze angeschlossenen Privathaushalte mit Strom.

Was versteht man unter einer Stromknappheit?

Von einer Stromknappheit spricht man, wenn nicht genügend Strom vorhanden ist, um den Bedarf aller Verbraucher zu decken. Der Begriff Stromknappheit bezieht sich im Allgemeinen auf eine langfristige Situation, die durch strukturelle Probleme verursacht wird, und nicht auf eine plötzliche Störung, die die Stromversorgung gefährdet.

Was versteht man unter Stromabschaltung (oder Brownout)?

Eine Stromabschaltung ist eine Maßnahme, die nur im äußersten Notfall bei einer reellen Stromknappheit eingesetzt wird. Sie wird nur dann umgesetzt, wenn alle übrigen Maßnahmen nicht mehr greifen.

Bei einer Stromabschaltung wird die Stromversorgung einer bestimmten Zahl von Verbrauchern vorübergehend unterbrochen, um einen allgemeinen und unkontrollierten Ausfall zu verhindern.

Die Stromabschaltung kann bei einer plötzlichen Störung automatisch oder bei einem vorhersehbaren Problem der Stromknappheit kontrolliert mit Vorankündigung erfolgen. Manchmal wird für diesen Vorgang auch der Begriff „Brownout“ im Gegensatz zum „Blackout“ verwendet.

Was ist der Stromabschaltplan? Was ist der Stromknappheitsplan?

Rechtlich bezieht sich der Begriff "Abschaltplan" auf den Ministeriellen Erlass vom 3. Juni 2005 zur Feststellung des Abschaltplans für das Übertragungsnetz für Strom. In diesem Erlass sind die Regelungen in Bezug auf die Änderungen und das Abschalten von Netzentnahmen festgelegt, die zur Vermeidung einer Stromversorgungskrise notwendig sind. Dieser Abschaltplan umfasst einerseits ein Verfahren zum Schutz vor plötzlich auftretenden Vorfällen (nämlich Notsituationen und mehrere problematische Vorfälle) und anderseits die Maßnahmen, die bei Stromknappheit umgesetzt werden (Sensibilisierungs- und Verbotsmaßnahmen, Abschaltplan, usw.)

Allgemein deutet der Begriff "Stromknappheitsplan" die konkreten Abschaltmodalitäten an (Zonen, Abschnitte, abschaltbare Teilabschnitte), die gemäß dem Verfahren bei Stromknappheit durch Elia beschlossen und von den Verteilnetzbetreibern vor Ort umgesetzt werden.

Weitere Informationen unter https://economie.fgov.be/fr/themes/energie/securite-des/penurie-delectricite/politique-en-cas-de-crise

Was versteht man unter einem Blackout?

Ein Blackout ist ein allgemeiner, unkontrollierter und manchmal grenzüberschreitender Stromausfall, von dem unvermittelt eine große Zahl von Verbrauchern betroffen ist und der mehrere Tage dauern kann. Er wird im Allgemeinen durch eine unerwartete Störung verursacht.

Zum letzten großen Blackout kam es 2012 in Indien, als über 600 Millionen Verbraucher mehrere Tage ohne Strom auskommen mussten.

Diese Art von Störfällen kommt relativ selten vor. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer derartigen Störung in Belgien kommt, ist gering, dank der guten Abstimmung zwischen den Übertragungsnetzbetreibern, die rund um die Uhr die Stabilität des europäischen Stromnetzes überwachen.

Was versteht man unter einem Verteilnetzbetreiber?

Die Verteilnetzbetreiber versorgen die Privathaushalte, Unternehmen und KMU, Gemeinden, Schulen usw. mit Strom. Sie betreiben das Stromverteilnetz, an das die Endverbraucher direkt angeschlossen sind.

Was versteht man unter einem Übertragungsnetzbetreiber?

Der Übertragungsnetzbetreiber Elia betreibt das landesweite Hochspannungsnetz. Über dieses Netz wird die von den Kraftwerken und den großen Windparks erzeugte Energie transportiert und findet zudem der Stromaustausch zwischen den einzelnen Ländern statt. Der Hochspannungsstrom wird über dieses Netz von den Erzeugungsanlagen zu den industriellen Großkunden und Umspannwerken der Verteilnetzbetreiber transportiert, in denen die Stromspannung geändert wird, um die Endkunden zu versorgen.

Was versteht man unter einem Umspannwerk?

Umspannwerke sind technische Anlagen, die den Strom von Hoch- auf Niederspannung umspannen und verteilen.